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2. Bürgerforum

2. Bürgerforum "Bubenreuth morgen"

Auch zum 2. Bürgerforum am Samstag, dem 5. April 2014, kamen mehr als 150 Teilnehmer, um mit den neuen Gemeinderäten, den Studierenden der TH Nürnberg und Vertretern der neugegründeten Initiativen ihr Bubenreuth auf dem Weg in die Zukunft aktiv zu begleiten.

Im Wintersemester und dem bereits laufenden Sommersemester hatten ca. 30 Studierende der Architektur, des Verkehrswesens und der Sozialwissenschaften Musterbeispiele zur Ortsentwicklung anderer Kommunen zusammengestellt, die sie in anschaulichen Poster-Präsentationen mit den Bubenreuther Bürgern diskutierten. Aus Mangel an Beispielen von vergleichbaren Kommunen setzten sich die Arbeitsgruppen mit „Best-Practice-Beispielen“ aus Paris, Amsterdam und Kopenhagen auseinander. Aber die Teilnehmer waren optimistisch, dass in Zukunft Bubenreuth für kleine Kommunen die besten Lösungen liefert.

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Diskussion an einer der Posterwände der TH

Auf dem „Marktplatz der Möglichkeiten“ konnten die Bürger anhand der Poster- und Bildschirmpräsentationen zu den Themenfeldern Wohnen, Leben, Mobilität und Wirtschaft & Gewerbe mit den Studierenden und Professoren in individuellen Gesprächen ihre Bubenreuther Sicht einbringen. So wurden an anschaulichen Beispielen im Themenfeld „Wohnen“ neue Wohnformen visualisiert wie sie beim Entstehen einer neuen Ortsmitte
„Posteläcker“ möglich sein könnten. Die Bürger betonten in der Gruppenarbeit die Notwendigkeit der Nachverdichtung, das Fehlen an kleineren Wohneinheiten und mahnten die Berücksichtigung von Mehrparteienhäusern an.
Das Themenfeld „Leben“ griff die Arbeiten der beim 1. Forum gegründeten Initiativen auf, um
zusammen mit den Vertretern der „Flüchtlingshilfe“, der „Tauschbörse“, der „Nachbarschaftshilfe“ und der „Ideenwerkstatt“ erste Ergebnisse und das weitere Vorgehen zu diskutieren. Ernüchtert schilderte die Vertreterin der „Flüchtlingshilfe“ die Probleme bei der Suche nach geeignetem Wohnraum bzw. den angedachten Containerlösungen. Aber die Initiatoren sind optimistisch, dass sie zusammen mit Gemeinderat und Verwaltung geeignete Lösungen finden werden. Erfreulich war das Engagement der Bürger beim Thema „Tauschbörse“. Viele Bürger haben in Listen hinterlegt, wie sie sich dazu einbringen wollen.

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Präsentation der Initiative „Tauschbörse“

Die „Nachbarschaftshilfe“ steckt zwar noch in den Kinderschuhen, hat aber bereits konkrete Ziele bis zum Jahr 2015 formuliert. Die Initiative „Ideenwerkstatt“ machte anhand der Einnahmesituation im Gemeindehaushalt (mehr Rentner - weniger Einkommensteuer, Stagnation der Gewerbesteuer) deutlich, dass hier die Gemeinde neue Wege wagen muss, um Bubenreuth für wohnortverträgliches Gewerbe attraktiv zu machen. Aktive Werbung und ein Internetauftritt, der ansiedlungswilligen Unternehmen den Weg bereitet, müssen hierzu die ersten Schritte sein.

Die Arbeiten der Initiative „Ideenwerkstatt“ wurden intensiv in der Arbeitsgruppe „Wirtschaft &Gewerbe“ vertieft, um den Studierenden Entwurfshinweise für ein mögliches Gewerbegebiet Hoffeld an die Hand zu geben. Dabei muss nicht nur der Schallschutz bzgl. Bahn, sondern auch die Verkehrssituation und der fließende Übergang zu den vorhandenen Wohngebieten berücksichtigt werden. Beim Thema „Mobilität“ wurde die Bubenreuther Nahverkehrssituation thematisiert und dabei deutlich gemacht, dass 20 – 30 Minutentakte des ÖPNVs wesentlich die Attraktivität und damit die Nutzung fördern. Intensiv wurde anhand eines Modells mit Spielzeugautos, Fahrrädern und Fußgängern die Verkehrssituation am geplanten Neubau des sog. „Mauslochs“ im Rahmen der Neubaustrecke der Bahn teils kontrovers diskutiert.
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Sicherheit für Radler und Fußgänger am Mausloch

Im Plenum wurden die im 1. Bürgerforum eingebrachten Fragen an die politische Gemeinde und die Verwaltung vom 1. Bürgermeister Greif unter „Sie fragten – wir antworten!“ ausführlich beantwortet. Die Antworten werden im Internet veröffentlicht.

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Bürgermeister Greif beantwortet Fragen aus dem 1. Bürgerforum

In den Arbeitsgruppen Wohnen, Leben, Mobilität und Wirtschaft & Gewerbe haben auch die neu gewählten Gemeinderäte aufmerksam die Diskussionsbeiträge und Vorschläge der Bubenreuther Bürgerinnen und Bürger aufgenommen. Im anschließenden Plenum erfolgte die Präsentation der Ergebnisse der Arbeitsgruppen. In einer knapp gehaltenen Vorstellung erläuterten die Sprecher der Arbeitsgruppen die Kernaussagen ihrer Diskussionen und formulierten Zielsetzungen für die Weiterarbeit des Forschungspartners, der Begleitung durch die Arbeitsgruppe Ortsentwicklung des AK Energiewende Bubenreuth. Auch Bürgermeister und Gemeinderäte nahmen zahlreiche Anregungen mit.

Zusätzlich sind die Anregungen als Arbeitsaufträge für den Forschungspartner der TH Nürnberg zur Bearbeitung im Sommersemester 2014 aufgenommen worden. Dabei werden sich die Entwürfe voraussichtlich auf das „Hoffeld“, die Ortsmitte „Posteläcker“, die Geigenbauersiedlung und den „Südhang“ konzentrieren.

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Bericht der Arbeitsgruppe Wohnen

Die Bearbeitung dieser Themen wird in einem begleitenden Review-Prozess durchgeführt, an dem sich außer den Kooperationspartnern (Architektur, Sozialwissenschaften, Verkehr, Energie), auch die Verwaltung der Gemeinde, die AG Ortsentwicklung und Unternehmen beteiligen. Der TH ist es außerdem gelungen, die bekannte Architektin Frau Anne Lacaton aus Paris als Gastprofessorin für das Sommersemester zu gewinnen. Sie wird in den nächsten Wochen Bubenreuth besuchen und ihre fachliche Expertise in die Gestaltung der Entwürfe für Bubenreuth einbringen. Im Herbst 2014 werden die Bürger die Möglichkeit bekommen, diese Entwürfe im 3. Bürgerforum intensiv zu diskutieren.

Herr Professor Woditsch von der TH und Herr Friedrich von der AG Ortsentwicklung wiesen darauf hin, dass die Arbeiten der Studierenden Entwürfe in „Bildern“ liefern, die den Bürgern die Möglichkeit geben, vor einem Planungsprozess (z.B. Flächennutzungsplan) in anschaulicher und begreifbarer Form die Entwicklung Bubenreuths mit zu gestalten. Dieser Prozess nimmt einen bis zu zweijährigen Zeitraum ein, der im Herbst 2013 begonnen wurde.

Herr Bürgermeister Greif bedankte sich bei den Bürgerinnen und Bürgern für ihre wiederholte
Teilnahme und ihr engagiertes Einbringen in die Entwicklung Bubenreuths.

Das Bürgerforum fand nicht wie geplant in der Turnhalle statt, da die Halle zurzeit wegen dringender Reparaturen gesperrt ist. Dank des Vereins Zufriedenheit konnten die Teilnehmer
ihren Mittagsimbiss im Zelt einnehmen, in dem die Pfadfinder den Bürgern auch Kaffee und Waffeln gegen eine kleine Spende anboten.

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Mittagsimbiss im Zelt

Die Veröffentlichung der vollständigen Ergebnisse des 2. Bürgerforums erfolgt auf diesen Seiten im Internet. Hier weitere Bilder finden Sie hier.

Viele Teilnehmer zeigten sich begeistert von der Möglichkeit, sich frühzeitig und ohne entsprechende Vorgaben in die Diskussion der Entwicklung Bubenreuths einzubringen und sehen bereits jetzt mit gespannter Erwartung dem 3. Bürgerforum, dem Forum der Entwürfe entgegen.

Dieter Raake - (Sprecher AG Ortsentwicklung)

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