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Langfristig

Langfristige Handlungsfelder – Forschungsprojekt „Learning from Bubenreuth“

In der unten stehenden Grafik sind die Zusammenhänge bzw. die Übergänge der Arbeitsgruppen “Aus Bürgersicht”, den vier Themenfeldern des Forschungsprojekts und die unmittelbaren bzw. kurzfristigen Handlungsfelder dargestellt. Die Ergebnisse der 11 Arbeitsgruppen des 1. Bürgerforums werden für die weitere Arbeit des Forschungspartners im Rahmen des Forschungsprojekts “Learning from Bubenreuth” zusammengeführt. Damit bilden sie die Basis für die Entwicklung eines städtebaulichen Rahmenplans, der mit weiterer intensiver Bürgerbeteiligung erarbeitet werden wird.

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Die Anregungen der Bürger, ausführlich dargestellt unter ”Innen & Außensicht”, finden sich in den Forschungsschwerpunkten Leben, Wohnen, Wirtschaft & Gewerbe und Mobilität wieder.
Aufgabe der Bürgerinnen und Bürger ist es, in den geplanten Bürgerforen zu prüfen, ob die Bubenreuth betreffenden eingebrachten Impulse entsprechend berücksichtigt werden.



Leben

Die Altersgruppe „60 Plus“ stellt im Jahre 2012 bereits etwa ein Viertel der Bewohner Bubenreuths dar. Eine der zukünftigen Herausforderungen für Bubenreuth ist die Erhaltung der Mobilität, Selbstständigkeit und der Teilhabe für alle Generationen. Im Themenfeld sind deshalb u. a. folgende Schwerpunkte zu bearbeiten

  • Altersgerechte und selbstbestimmte Angebote
  • Einbeziehung neuer Kommunikationstechnologien im privaten und öffentlichen Raum unter besonderer Berücksichtigung des demographischen Wandels
  • Neue Wohnformen inkl. Mehrgenerationenhäuser
  • Anpassung vorhanden Wohnraums an die sich abzeichnende demographische Entwicklung
  • Generationen übergreifende Teilhabe an den sozialen Netzwerken und Freizeitangeboten mit darauf abgestimmten Bau- und Siedlungsformen
  • Entwicklung von neuen Teilhabeformen “Teilen statt Besitzen” (collaborative consumption)
  • Neudefinition der altersgerechten Rollen z. B. weitere / mehr Verantwortung in Familie und Gesellschaft
  • Berücksichtigung des generationsspezifischen Mobilitätsmuster
  • Gastronomie
  • Sport- und Freizeitanlagen von 0 bis 100 Jahren
  • Betreuungs- und Bildungsangebote von 0-10 Jahre (weitere Bildungseinrichtung befinden sich außerhalb der Gemarkung)
  • Kultur- und Bürgerzentrum aufsetzend auf dem historisch gewachsenen ehemaligen Geigenbauerzentrum


Wohnen

Bubenreuth befindet sich bezüglich seiner Wohnsituation in einer bipolaren Lage. Im Westen begrenzt durch überregionale Verkehrswege wie Autobahn, Bundesstraße und Bahnlinie mit der damit verbundener optimalen Anbindungen an die großen Städte der Metropolregion bis hin zu überregionalen Anschlüssen an Europa und die Welt. Damit jedoch verbunden sind starke Belastungen durch hohe Emissionspegel  der stark frequentierten Verkehrswege. Im Osten begrenzt durch den Bannwald, der eine weitere Wohnbebauung nicht zulässt. Des weiteren überwiegt die Bausubstanz im alten Ortskern auf renovierten Bauten des 19ten Jahrhunderts, im Süden mit den Siedlungsgebäuden der Geigenbauer aus den späten 40igern und frühen fünfziger Jahren sowie den „Neubausiedlungen“ im Norden in der Folge der Niederlassung von Siemens und Erweiterung der Universität  mit dem Schwerpunkt der Bauphase in den 1970igern.
Ausgehend von dieser Grobanalyse werden die Schwerpunkte des Forschungsvorhabens sich auf folgende Themen konzentrieren müssen:

  • Beherrschung der Schallemissionen
  • Sinnvolle und nutzbringende Einbindung von erzwungenen Schallschutzmaßnahmen
  • Energetische Sanierung der unterschiedlichsten Bauformen
  • Nutzung von regenerativen Energien
  • Ortsbildgerechte Einbettung von regenerativen Energieträgern
  • Schützen von ökologischen Flächen
  • Nachverdichtung und sinnvolles Schließen von Lücken
  • Schaffung eines Ortszentrums mit den Möglichkeiten wirtschaftliches, soziales und politisches Leben zusammen zu führen.
     


Wirtschaft und Gewerbe

Bubenreuth ist mit wenigen Ausnahmen durch ein kleinteiliges Gewerbe geprägt. Aus dieser Kleinteiligkeit heben sich folgende Unternehmen ab:

  • Die Firma „Infoteam Software AG“ (Preisträger 2013 „Bayerns Best 50“)
  • Banken und Sparkassen
  • Der Instrumentenbau (zahlreiche Einzelunternehmen, zusammengefasst in der „Innung der Instrumentenbauer“)
  • Nahversorgungsbetriebe wie Bäckereien, Discounter- und Einzelhandel

Die früher dominierenden landwirtschaftlichen Betriebe sind fast gänzlich aus dem Ortsbild verschwunden und liefern nur noch einen untergeordneten Beitrag zum wirtschaftlichen Leben in Bubenreuth.
Das Forschungsprojekt wird sich u. a. befassen mit

  • Entwürfen für wohnortnahes Gewerbe
  • Ansätze zur Weiterentwicklung traditionell vorhandenen Gewerbes
  • Verknüpfung traditionellem Gewerbes mit innovativen Gewerbe (Hightech)
  • Kultur für Spin-offs aus dem Bereich der Hochschulen und Universitäten
    entlang der Achse Nürnberg-Erlangen-Bamberg (Campus für Spin-offs)
  • Zentrum für hochinnovative Entwicklung im Schatten der Großfirmen wie z. B. Siemens
  • Entwicklung eines zukunftsorientierten Images einer Vorzeige Landstadt in der Metropolregion.
     


Mobilität

Für alle Altersgruppen wird die Frage der Mobilität in den nächsten Dekaden von wesentlicher Bedeutung sein. Im Rahmen der langfristigen Ortsentwicklung werden die dadurch entstehenden Rückwirkungen auf die Landstadtarchitektur und das innerörtliche Verkehrswegenetz intensiv untersucht. Dabei müssen insbesondere die Bedürfnisse der Bevölkerungsgruppen bis 18 Jahren und die Generation 60+ berücksichtigt werden. Wichtige Stichworte hierzu sind

  • Anbindung Bubenreuths an den ÖPNV mit bedarfsgerechten Haltestätten
    an unterschiedlichen Stellen des Ortes
  • Park&Ride-Systeme mit ergänzenden innerörtlichen Nutzen (z. B. Schallschutz)
  • Multimodale Mobilität (Fußwege, Rad, Auto, Bahn, Bus)
  • Elektromobilität mit innerörtlichen Tankstellen
  • Ressourcen-Sharing (u.a. KFZ)
  • Anpassung innerörtlicher Rad- und Fußwege
    an die entstehende geographische Struktur der Landstadt


Wir brauchen Sie und Ihre Ideen und Anregungen,
für ein lebens- und liebenswertes Bubenreuth.
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